Der perfekte Kaffee
Wie mache ich den perfekten Kaffee?
Motivation
Ein Durchschnittsstudent muss Kaffee trinken, um die vielen Aufgaben des Studiums erfolgreich zu bewältigen. Treibende Kraft im wissenschaftlichen Geschäft ist das Prinzip der Arbeits- und Ergebnisteilung, aufgrund dessen wir unsere Forschungsergebnisse bezüglich der perfekten Kaffeekomposition der Öffentlichkeit nicht vorenthalten dürfen.
Einleitung
Kaffeekochen ist ein Vorgang, der in etlichen Haushalten, Arbeitsumgebungen und sonstigen Lokationen physikalisch-zwischenmenschlicher Kommunikation betrieben wird. In den meisten Fällen geht es vornehmlich um die Aufnahme des in Kaffeebohnen enthaltenen Koffeins und des Gruppenzwangs, doch in nicht zu vernachlässigenden Fällen auch um den reinen Genuss. Auf eben diese Gruppe zielt der Inhalt dieses Artikels ab. Denn das Brühen von Kaffee ist auf sehr verschiedene Art und Weise durchführbar und bei genauer Betrachtung spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle. Nicht nur in der Wahl der Ausrüstung und der Dosierung der Ingredienzen gibt es gravierende Unterschiede, Menschen mit moderat ausgeprägtem Geschmackssinn werden auch Untschiede bei der Wahl der Kaffeebohnenart, der Länge der Brüh- und Aufgusszeit sowie der Qualität des benutzten Wassers erkennen. Wir haben in einer nicht representativen Versuchsreihe an verschiedenen Parameter gedreht und sind dabei zu mitunter erstaunlichen Ergebnissen gelangt.
Zielsetzung dieses ist nichts weniger als eine Anleitung, wie man reproduzierbar mit üblichen Handelsgeräten, der korrekten Wahl und Dosierung der Zutaten sowie der ordnungsgerechten Ausführung des Brühvorgangs den perfekten Kaffee kochen kann.
Vorbereitung
Unser Equipment wird im Folgenden zunächst einmal unkommentiert aufgelistet. Welche Komponenten dabei ausgetauscht und mit wie viel zu erwartender Reduktion des Geschmacksempfindens gerechnet werden kann, wird im weiteren Verlauf diskutiert.
Ausrüstung
Wasserfilter: Marella Cool Wasserfilter von BRITA® mit Maxtra Kartusche
Wasserkocher: Tefal® Justine
Handfilter: Melitta® 1x4®, Plastik
Papierfilter: Melitta® Natura 1x4®
Isolierkanne: Alfi® Modern Classic No. 1 Carafe
Feste Parameter
Wassermange: 1 Liter
Wasserart: Aachener Leitungswasser
Kaffeemehl: Schenke "Unser Bester", wahlweise mit einer (kleinen) Prise Salz, 5 bis 6 Lote, je nach Stärkewunsch
Vokabularvereinbarung
Mit kontinuierlicher Aufgussart ist gemeint, dass das Wasser aus dem Kocher die ganze Zeit aufgeschüttet wird, und zwar in der selben Geschwindigkeit, wie es in die Kanne durchgefiltert wird. Dabei wird beim ersten Aufgießen der gesamte Filter komplett gefüllt, und dann das Wasser auf einem Pegel gehalten. Diskrete
Aufgussart bezeichnet den Vorgang des Aufgießens, bei dem der Filter komplett gefüllt wird und dann so lange gewartet wird, bis dieser leer ist. Dann wird wiederum komplett aufgefüllt, bis das gesamte Wasser aufgebraucht ist.
Anleitung
Zunächst wird das gefilterte Wasser im Wasserkocher zum kochen gebracht. Nach einer Abkühlphase von etwa 120 Sekunden (bei offenem Deckel) wird das Kaffemehl mit einem guten Schluck befeuchtet. Nachdem kein Wasser mehr zu sehen ist, beginnt der Brühvorgang. Hierbei erweist sich die kontinuierliche Aufgussart als die Bevorzugte, wobei der Unterschied wirklich marginal ist und im Vergleich zum Zeitaufwand meistens der Gemütlichkeit unterliegt. Denn es sollte hierbei nach Möglichkeit der Handfilter stets bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein, sodass ein ständiges Nachfüllen erforderlich ist. Diesen Vorgange so lange durchführen, bis alles Wasser aufgebraucht ist. Der Kaffe sollte innerhalb etwa einer Stunde verzehrt werden.
Abweichungen und ihre Folgen
Nun stellt sich natürlich die Frage, mit welchen Folgen man rechnen muss, wenn man von der hier benutzten Ausrüstung abweicht oder an den Parametern dreht.
Zu empfehlen ist generell die Nutzung gefiltertem Wassers, denn diese kann man deutlich vom normalen Leitungswasser unterscheiden. Der Unterschied mag nicht so gravierend wie beim Tee sein, ist aber nicht von der Hand zu weisen.
Die Wahl des Wasserkochers sollte kein Problem darstellen, ähnlich verhält es sich mit dem Handfilter - außer, dass es unbedingt ein Handfilter sein muss.
Ein erstaunliches Ergebnis unserer Versuchsreihe hat ergeben, dass die Wahl des Kaffeefilterpapieres einen enormen Anteil zum Geschmack beiträgt und dabei keinen Regeln gehorcht, denn er ist weder an Preis noch an Hersteller festzumachen. Unsere klägliche Auswahl von ca. 5 verschiedenen Filtern hat dabei gezeigt, dass Melitta® Natura 1x4® die einzig richtige Wahl sein kann und leider nicht besonders gut zu beziehen ist - zumindest in Aachen.
Selbstverständlich spielt die Wahl der Isolierkanne für den Geschmack keine Rolle, solange diese sauber ist.
Inwieweit die Zutaten extrapoliert werden können, ist fraglich, jedoch dürfte es bereits bei der doppelten Menge Probleme geben, da der Filter eine feste Größe hat und zudem das Kaffemehl nicht linear mit der Wassermenge ansteigt.
Intuitiv klar ist, dass sich der Kaffee maßgeblich durch das verwendete Kaffeemehl kennzeichnet. Hierbei zählt ohne Ausnahme: je frischer, desdo besser. Kaffeebohnen selbst gemahlen noch bessser. Ob es nun Dallmayr Prodomo, Schenke Kaffee oder ein 3 € Kaffee vom Supermarkt nebenan sein soll, muss jeder für sich ausprobieren, auch hierbei schwanken die Geschmackseindrücke unvorhersehbar.


